“Schneider Wibbel”
Die Rheinische Bühne spielt das Original zur Zeit der Französischen Besatzungzeit in Düsseldorf. Napoleon war zu Besuch…
Stellen Sie sich einmal vor der Schützen-Oberst würde einfach die Fahne der Vogelschützenkompanie nehmen und sein Haus damit schmücken, nur weil aus dem europäischen Ausland ein wichtiger Mensch den Chef im Rathaus der Landeshauptstadt Düsseldorf besucht. Da könnte sich ja so manch einer drüber aufregen.
Schneider Anton Wibbel hat sich genau aus dem Grund fürchterlich “echauffiert”. Die ganze Stadt voller Franzosen und keiner der Düsseldorfer Platt spricht. Bei viel “Schabau” und noch mehr Schimpferei war das Ende vom Lied, daß er für 4 Wochen ins Kaschott soll. Aber Fin, die gewiefte Gattin hat da so eine Idee….
„Wat bin ich en herrlische Leich“ ist der wohl berühmteste Satz.
Dieser letzte Auftritt im vierten Bild ergab sich erst während der Generalprobe.
Paul Henckels, Spielleiter und Hauptdarsteller in einer Person, hatte das Gefühl es sei nicht richtig fertig. „Hännes“ so soll er zu Müller-Schlösser gesagt haben, …“das ist nix mit dem vierten Bild. So geht das nicht. Das hat keinen richtigen Aktschluß. Weißt du was? Wenn die Trauergäste weg sind, komme ich noch mal heraus“. „Du bist geck!“ antwortete der Autor. » Wie kannst du das denn? Du bist doch tot!“ Aber Henckels ließ nicht locker: „Ja, eben deshalb! Ich komme noch mal raus als Leiche. Also los, Hännes! Schreib noch was Nettes. Aber jetzt gleich!“ Müller-Schlösser dachte nach, lief ins Foyer und schrieb in zehn Minuten die Schlussszene des vierten Bildes, die stärkste des ganzen Stückes.
Die Darstellerinnen und Darsteller
Geselle Mölfes: Erika Smauder
Geselle Zimpel: Ingeborg Wersterhorstmann
Krönkel/Fitzkes: Gisela Maaß
Polizist/Knipperling: Joachim Maaß
Schützenkompanie: Helga Reck
Anton Wibbel: Peter Noth
Fin: Marianne Berger
